Bildung und Beratung / Coaching
Bei Erwachsenen ist die angemessenste Form eine selbst formulierte Zielvorgabe, die in einem Projekt verwirklicht wird.
Anregungen können aus den folgenden Skizzen entnommen werden,
In der Beratung und in der Gruppe können die eigenen Themen herausgestellt werden:

Bildung ist ein Menschenrecht
Als Teil der Europäischen Menschenrechtskonvention (Zusatzprotokoll aus 1953, Art. 2) ist „dieses Recht wie auch alle anderen einklagbar.“, so das Anfangsstatement von Barbara Kussbach, Menschenrechtsexpertin. Erst durch Bildung wird das jeweilige Individuum dazu befähigt, andere Rechte wahrnehmen zu können. Wird das Individuum gestärkt, wirkt sich dies auch positiv auf die wirtschaftliche Situation eines Landes aus.

Beispielhafte Bildungsinitiativen
Abseits der gängigsten Vermittlungsform, des Kurses, ermöglicht z.B. das Forumtheater, Erfahrungen von Betroffenen an Nicht-Betroffene zu vermitteln, die dadurch eine neue Sicht auf Arme und Armut bekommen. Das Spezielle am Forumtheater ist, dass ZuschauerInnen nach einem wiederholten Spielen des Theaterstückes dazu aufgefordert sind, Handlungsabläufe zu unterbrechen und in eine selbstgewählte Rolle eines Schauspielers zu schlüpfen.

Eine alternative Handlungsweise könnte somit eine Option sein dem weiteren Handlungsverlauf eine positive Wendung zu geben. Auch auf der Tagung wurde ein Forum-Theaterstück der Theatergruppe InterACT präsentiert: Das Stück „Kein Kies zum Kurven kratzen“ schildert die Situation der Familie Schmölzer, die nach einem Bandscheibenvorfall des Vaters in die Armut rutscht und armutsgeprägte Erfahrungen macht.

Ein weiteres beispielhaftes Projekt ist etwa „ Hands-on experts in poverty“ in Belgien, wo in Armut lebende Personen in Rahmen eines Lehrgangs zu ErfahrungsexpertInnen ausgebildet werden. Nach Lehrgangsende stehen diese für Regierungsinstitutionen und Einzelpersonen als ExpertInnen im Feld Armut zur Verfügung. In Großbritannien wiederum wurde das Projekt „Reaching the policy gap“ durchgeführt, in dem Armutsbetroffenen demokratische Formen der Meinungsäußerung (z.B. das Schreiben von Leserbriefen) vermittelt wurden.

Bausteine eines glücklichen Lebens als Leitlinien für die Bildungsplanung
Michaela Moser vom European Anti Poverty Network legte die zehn Grundbefähigungen für ein glückliches Leben nach der Philosophin Martha Nussbaum dar:
  • Leben: ein Leben in Würde führen
  • Körperliche Integrität: gesundes und sexuell selbstbestimmtes Leben, angemessen wohnen, bekleiden
  • Gefühlserfahrung: freudvolle Erlebnisse, frei von traumatischen Erfahrungen
  • Kognitive Fähigkeiten: sich seiner Sinne bedienen, Vorstellungskraft, Gedanken entfalten und artikulieren, einschließlich des Zugangs zur Bildung
  • Vertrauen: Bindungen zu Dingen und Personen eingehen können
  • Vorstellung des Guten: Vorstellungen von einem guten Leben machen, umsetzen und reflektieren können
  • Sozialität: zu sozialer Interaktion fähig sein
  • Ökologische Verbundenheit: Anteilnahme an anderer Spezies und Natur
  • Freizeitgestaltung: erholsame Tätigkeiten genießen und spielen
  • Vereinzelung: sein Leben autonom führen

Moser dazu: Es sei zu bedenken, dass das Kompensieren eines Bereiches durch einen anderen nicht möglich sei, für ein glückliches Leben müssen alle Befähigungen gleichrangige Bestandteile des Lebens sein.

Quelle: http://erwachsenenbildung.at